Stellungnahme des Landesverbandes der Musikschulen Sachsen-Anhalt e.V. zur geplanten Schließung der IGP-Studiengänge an der MLU Halle


Der Landesverband der Musikschulen Sachsen-Anhalt e.V. rät dringend davon ab, die künstlerischen Bachelor-Studiengänge an der Martin-Luther-Universität Halle in den Fächern Gesang, Klavier und Gitarre aufgrund von Verrentungen zu schließen.

In Sachsen-Anhalt gibt es 21 staatlich anerkannte Musikschulen, an denen insgesamt wöchentlich ca. 920 Lehrkräfte etwa 20.000 Schülerinnen und Schüler in Instrumental- und Gesangsfächern unterrichten. Sie träfe eine solche Kürzung gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen handelt es sich um Fächer, die zusammen landesweit über 50% des gesamtes Unterrichts darstellen. Zum anderen gibt es an den Musikschulen gerade im ländlichen Raum eine massive Überalterung des Lehrpersonals, sodass die Ausbildung junger Nachwuchslehrkräfte so notwendig ist wie nie zuvor.

Wenn es in Sachsen-Anhalt – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – schon keine eigene Musikhochschule gibt, sollte zur Sicherung des Nachwuchspersonals an den Musikschulen wenigstens die Minimalausbildung der Martin-Luther-Universität erhalten bleiben. Die hierzu notwendige Änderung des Stellenplans liegt in der Verantwortung des Landes, das als Musikland auftreten will, 2019 Austragungsort für den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“  sein wird und deshalb ein besonderes Interesse an der Unterrichtsversorgung staatlich anerkannter Musikschulen haben sollte.


Magdeburg, 19. Januar 2018